Der perfekte Piercing-Ratgeber: Alles, was du wissen musst – von der Schmuckauswahl bis zum Heilungsprozess
Sich piercen zu lassen, ist eine aufregende ästhetische Entscheidung und gleichzeitig ein biologischer Prozess, der Aufmerksamkeit erfordert. Die Wahl des falschen Schmucks kann nicht nur den gewünschten Look beeinträchtigen, sondern auch den Heilungsprozess verzögern und zu dauerhaften Narben führen. In diesem ausführlichen Ratgeber beantworten wir all Ihre Fragen vor und nach dem Stechen eines Piercings.
Welches Piercing sollte wo verwendet werden?
Nicht jeder Schmuck eignet sich für jede Körperstelle. Piercing-Designs werden speziell auf die Anatomie, Beweglichkeit und den Heilungsprozess des jeweiligen Bereichs abgestimmt.
Helix-Piercings: Ringpiercings gehören aufgrund ihres rebellischen und gleichzeitig ästhetischen Looks zu den beliebtesten Piercingarten. Sie sehen in der Regel im Helixbereich (oberer Ohrknorpel), im Septum, in der Lippe und im Nasenflügelbereich toll aus. Es gibt jedoch eine wichtige Regel zu beachten: Von einem Ringpiercing in einem frisch gestochenen Bereich, der noch nicht vollständig verheilt ist, wird dringend abgeraten. Die Ringform ist sehr bewegungsanfällig, und diese Bewegung kann die frische Wunde ständig reizen und die Heilung verhindern.
Tragus-Ballback-Piercings zeichnen sich durch ihre kleine, kugelförmige Schraubstruktur auf der Rückseite aus. Sie eignen sich ideal für Bereiche, die häufig mit Haaren oder Kleidung in Berührung kommen, wie beispielsweise Tragus, Ohrläppchen und Helix. Dank der Kugel auf der Rückseite wird das Risiko minimiert, dass sich das Piercing in den Haaren verfängt oder an der Kleidung hängen bleibt und Blutungen verursacht. Dies sorgt für hohen Tragekomfort im Alltag.
Flatback-Piercings: Flatback-Piercings bieten höchsten Tragekomfort und optimale Ergonomie. Sie sind die am meisten empfohlene Piercingart für Tragus, Labret (Lippe), Conch und andere flache Ohrpartien. Da die Rückseite des Piercings komplett flach ist, übt es keinen Druck auf Ohr oder Haut aus, insbesondere nicht beim Schlafen. Auch das Problem des Hängenbleibens beim Auf- und Absetzen von Kopfhörern wird weitgehend gelöst.
Barbell-Piercings bestehen aus einem geraden Stab mit Schrauben an beiden Enden und eignen sich für Bereiche, die anatomisch mehr Tiefe oder Breite erfordern. Barbell-Piercings sind die sicherste und präziseste Option für Zungen-, Augenbrauen-, Bridge- (Industrial-) und Bauchnabelpiercings.
Warum sind Maße wichtig? Dicke und Stablänge bei verheilten Piercings
In der Welt der Piercings variieren die Größen je nach Verwendungszweck des Schmucks und dem Stadium des Heilungsprozesses. Bei der ersten Piercing-Stecherei im Studio werden etwas längere Stäbe als üblich verwendet, um Schwellungen im Bereich des Piercings auszugleichen. Sobald die Schwellung abgeklungen und die Wunde verheilt ist, sollten Sie auf ästhetisch ansprechendere und bequemere Größen umsteigen, die perfekt zum Gewebe passen.
Wie sieht es mit der Dicke aus? Während für das erste Piercing in der Regel dickere Nadeln und Schmuckstücke, z. B. 1,2 mm (16G), verwendet werden, sieht die Situation bei verheilten Piercings ganz anders aus. Bei Hetra bieten wir Schmuckstücke mit einer Dicke von 0,6 mm und 0,8 mm an – ideale, elegante und leichte Optionen für den Alltag.
Der weltweite Standard für Piercings an Stellen wie Ohrläppchen und Nasenflügel liegt bereits bei etwa 0,8 mm. Wenn Sie ein zartes 0,8-mm- oder 0,6-mm-Schmuckstück in ein verheiltes Knorpelpiercing (Helix, Tragus) einsetzen, passt sich das Loch mit der Zeit problemlos an diese dünnere und angenehmere Form an. Da unser Schmuck extrem leicht und ergonomisch geformt ist, belastet er die Haut nicht zusätzlich, wird nicht durch die Schwerkraft nach unten gezogen und kann jahrelang sicher und angenehm getragen werden, ohne die Haut zu reizen.
Materialauswahl: Chirurgischer Stahl und die Realität von Allergien
Ob Ihr Körper Ihr neues Piercing annimmt, hängt vom verwendeten Material ab. Einer der gängigsten und zuverlässigsten Standards in der Piercing-Szene ist 316L-Chirurgenstahl. Chirurgenstahl ist extrem haltbar, läuft nicht an und seine glatte Oberfläche verhindert die Ansammlung von Bakterien.
Piercing-Pflege und -Wiederherstellung
Nur weil ein Piercing von außen vollständig verheilt aussieht, heißt das nicht, dass es auch innerlich verheilt ist. Der Körper braucht Zeit, um das Gewebe von innen heraus zu reparieren. Während Ohrläppchen normalerweise innerhalb von 6–8 Wochen verheilen, kann die vollständige Heilung von Knorpelgewebe wie Helix und Tragus 6 Monate bis zu einem Jahr dauern.
Hier sind die Regeln für die Nachsorge: Waschen Sie sich immer die Hände, bevor Sie Ihr Piercing berühren. Reinigen Sie die Stelle zweimal täglich sanft mit steriler Kochsalzlösung. Drehen oder spielen Sie auf keinen Fall an Ihrem Piercing; dadurch wird das frische, heilende Gewebe verletzt. Es ist sehr wichtig, die Stelle nach dem Duschen nicht feucht zu lassen, da Feuchtigkeit Bakterienwachstum begünstigt. Sie können die Stelle mit einem Papiertuch oder einem Föhn auf niedriger Stufe trocknen. Vermeiden Sie es außerdem während des Heilungsprozesses, auf dem Piercing zu schlafen und Druck durch enge Kleidung auszuüben.
Sollten Sie im Bereich des Piercings ungewöhnliche Wärme, ein Pochen, grünlichen Ausfluss oder eine starke, mit der Zeit zunehmende Schwellung bemerken, konsultieren Sie umgehend einen professionellen Piercer oder einen Arzt.